Freitag, 29. Juni 2012

Lahr

Es ist soweit...Jonathan ist ausgewandert! Er wollte schon immer in den Süden, wo die Sonne so schön scheint, die Menschen wahrmherzig sind und die Brezel besser schmeckt. Jonathan ist in Lahr. Was das kennt Ihr nicht? Schämt Euch. Lahr besitzt seit 1956 den stolzen Status: Große Kreisstadt und liegt irgendwo im Nirgendwo von Baden-Wüttemberg. Das Wahrzeichen der "Stadt" ist der Storchenturm, sehenswert soll auch der Stadtpark sein und das alte Rathaus ist ein spätgotisches Kunstwerk. Liebe Rheinländer wisst Ihr was wirklich wunderbar an Lahr ist? Der Rhein. Unser wunderschöner Fluss, der Rhein, fliesst auch durch Lahr.
Ach ja und ansonsten gibt es in Lahr noch die Bereitschaftspolizei. Hier wird nun Jonathan sein Studium zum Polizisten beginnen. Ich bin gespannt auf seine Police Story...

(Anna)

Ein sehr schöner Abschiedsabend

Dienstag, 26. Juni 2012

Zu alt für's betreute Wohnen

Also ich glaube, dass Deutschland gegen Italien diesmal gewinnt. Bisher haben wir ja in Turnieren immer verloren. Das lag daran, dass ich nicht mitgespielt habe.

Scherz beiseite. Unsere Jungs sind diesmal gut drauf. In den Interviews mit Neuer, Lahm, Hummels, Khedira, Gomez, Klose war eine ziemliche Souveränität zu spüren. Die auf Leistung und Bewußtsein über die eigene Leistungsfähigkeit beruht. Nicht überheblich, aber auch nicht schamhaft. Sondern eben selbstbewußt. Taktisch, konditionell, technisch, mental gut drauf. Die Italiener dagegen haben keine besondere Taktik. Die stehen zu viert um den Ball und machen dann irgendetwas Geniales. Das weiß keiner vorher, entzieht sich auch den Trainerweisheiten. Das macht sie unberechenbar und nicht kalkulierbar. Es wird mit Sicherheit knapp und spannend.

Ich meine alleine Buffon"Im Fußball gibt es so etwas wie eine göttliche Gerechtigkeit, die Ausgleich schafft für alles im Leben."



Ja, das ist es doch: Ausgleich für alles im Leben! Göttliche Gerechtigkeit auf dem Platz! Wo gibt es das denn sonst? So ist das mit den Elfmetern, Abseits und nicht gegebenen Toren. Das sagt dieser Torwart. Gefällt mir!





"Andrea Pirlo ist offiziell erst 33 Jahre alt, aber das kann nicht stimmen. Pirlo hat das Gesicht eines in Ehren ergrauten Apachen-Häuptlings, seine Frisur gibt es seit etwa 30 Jahren gar nicht mehr und so wie er Fußball spielt, dürften seine Mitspieler nicht Daniele De Rossi oder Mario Balotelli, sondern Günter Netzer oder Wolfang Overath heißen."


Der Lombarde aus Brescia hat tiefe Falten bekommen, ... (FR)


Tja, und da muß ich sagen, angesichts des Alters der Protagonisten, die Deutschen sind 24,4 Jahre alt, die Italiener bei gefühlten 33. Wem gehören da meine Sympathien? Ein neuer Aspekt, der bedacht werden will!


(Stefan)















Wieder zu Hause - und Fußballzeit

Wir begrüßen unsere beiden Reisenden, Anna und Jonathan, mit einer kleinen Grillparty. Aus Italien haben sie uns nichts erzählt, im Blog jedenfalls nicht, was schade ist. Aber da war wohl kein Internet verfügbar. Vielleicht kommt ja noch ein Nachtrag ...


Im Garten - es hat geschmeckt

Stefan, Max, Jonathan, Vera (hinten), Anna, Mita, Elke (vorne)
Kamera: Selbstauslöser








Zur Europameisterschaft in Polen und der Ukraine hat der Leser Norbert Wolf in der Zeit vom 21.6.2012 ein Gedicht geschrieben, frei nach Joseph von Eichendorff "Weihnachten", das ich Euch nicht vorenthalten möchte.



Fußballzeit

Markt und Straßen sind verlassen. 
Glotze läuft in jedem Haus.
Drinnen sind die Menschenmassen:
Das sieht ganz nach Fußball aus.

An den Fenstern hocken Frauen,
Starren in die weite Welt,
Während Kids verwundert schauen:
Gassen jetzt als Tummelfeld?

Championships in der Urkaine,
Fast vier Wochen Kicker-Fest!
Timoschenko, ho, Du Feine -
Ob es dich vergessen lässt?

Doch gespielt wird auch in Polen:
Danzig deutsches Team Quartier.
Ruh und Kraft will man hier holen;
Mancher muss auch zum Barbier.

Miro Klose, Luk Podolski
Fühl'n sich wie zu Hause nun,
Sprechen einmal wieder Polski,
Wenn sie aus den Fußballschuh'n.

Deren Stollen, kleine Hacker,
Pflügen tief den Strafraum um;
Drum heißt der jetzt "Mertesacker":
Wiese nimmt es ihm nicht krumm.

Bälle hoch - als echte Kerze -
Schlägt bisweilen Philipp Lahm;
Neuer schreit: "Lass diese Scherze!"
Da wird selbst Mats Hummels zahm.

Portugal und Niederlande
Und dazu noch Dänemark -
Wie kommt Deutschland da zurande?
Sind mitnichten weich wie Quark!

Spanien, England, Frankreich, Schweden,
Polen und Italien
Machen auch wohl von sich reden,
Träumen von Pokalien.

Und ich? Wand're aus den Mauern!
You will know, what I am doing -
Will zu Hause nicht versauern,
eile flugs zum Public Viewing! 







(Stefan)

Freitag, 15. Juni 2012

Interrail Reservierungspflicht und Kroatien. Kann nicht jedes Spiel mit irischen Fangesängen enden?

977 Euro würde das Interrail Ticket, das ich in meinem Rucksack habe, kosten, würde ich es kaufen wollen. "In der 1. Klasse verfügen die Abteile über mehr Platz, bequemere Sitze und gelegentlich Zusatzleistungen wie Getränke, Steckdosen und Zeitungen", ist in den Infos auf der dazugehörigen Internetseite  (http://deutsch.interrailnet.com/) zu lesen.
Nach unseren Erfahrungen rentiert sich das keinenfalls, besonders nicht, wenn man in Deutschland wohnhaft ist, und somit die DB nicht in Anspruch nehmen darf. In Südeuropa nämlich sind alle Schnellzüge Reservierungspflichtig. Die Gebühr, die von den Bahngesellschaften für die Reservierung erhoben wird, beträgt dabei meist um die 10 Euro, in der Spitze bis zu 23 Euro. Wenn eine längere Fahrt angetreten wird, bei der auch umgestiegen werden muss, zahlt man für den neuen Zug eine weitere Gebühr. Ein ziemlicher Kostenpunkt also: So hätten Anahita und ich für die Fahrt von Porto nach Florenz über hundert Euro allein für die Reservieung und auf Grund der mehrtägigen Fahrt un weitere Kosten für die Übernachtungen zahlen müssen.
Zum Vergleich: In Deutschland gibt es für keinen Zug, ausgenommen ICE Sprinter und internationale Nachtzüge, keine Reservierungspflicht. Hat man eine Fahrkarte erworben, darf man auch mit dem dazugehörigen Zug fahren. Für mich ein logisches Prinzip.
Desweiteren erhebt die DB für die Reservieung eines Sitplatzes, falls sie gewünscht wird, nur eine administrative Gebühr von 3,50 Euro.
Wenn man viel Geld hat, oder einem der besondere Komfort viel Wert ist, könnte einem das alles egal sein. Nicht aber, dass es in den meisten anderen südeuropäischen Zügen, dem Nahverkehr und den Regionalzügen, sowie bei Liegestühlen in Nachtzügen, überhaupt keine 1. Klasse gibt. 

Weil es in Spanien, Portugal und Italien also eine Reservierungspflicht gibt und weil wir von Porto nach Florenz sowieso an die 40 Stunden mit der Bahn gebraucht hätten, haben wir uns für einen Flug von Porto nach Bologna entschieden. Wie es uns während unseres ersten Aufenthalts in Italien ergangen ist haben wir in unserem Blog bereits schon berichtet (Artikel: Von persischer Gastfreundschaft, italienischen Delikatssen & deutschem Wiedersehen).

In unsrer dritten Reisewoche, in den ersten Juni Tagen, haben wir uns von Florenz ins Land der Ballsportler aufgemacht. Kroatien, ein Land mit nicht viel mehr Einwohnern als Berlin, hat weltklasse Athleten im Tennis (Marin Cilic, Ivo Karlovic), Handball (Ivano Balic), Basketball  (Toni Kokoc, Drazan Petrovic) und wie zur Zeit nicht zu übersehen ist, auch im Fußball (Ivica Olic, Davor Suker, Ivan Klasnic, Mladen Petric). Dabei profitieren die Kroaten nicht wie die Deutschen von Imigration, was an den Namen der Spieler unschwer zu erkennen ist.

Von Florenz also, gings mit dem Nachtzug nach Triest. Eine sagenhafte Fahrt. Finstere Gestalten begegneten uns bereits um 1 Uhr nachts auf dem Bahngleis, genau wie das Sicherheitspersonal, das unsere Tickets und damit die Berechtigung zur Anwesenheit auf dem Gleis schon vor Zugeinfaht überprüfte. Aus dem Zug stiegen nach Einfahrt dann zuerst zwei Beamten der Carabinieri, der Militärpolizei. Diese ist in Italien, wie uns Payam und Donatella (unsere Gastgeberin während des 2. Italienaufenthalts) erklärten, nicht nur für das Militär zuständig, wie bei uns die Feldjäger, sondern nimmt auch andere Aufgaben der Öffentlichen Ordnung und Gefahren Abwehr wahr- Das führt immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Polizeien. Die beiden Beamten steuerten sofort auf die zuvor genannten "finsteren" Gestalten zu, um ebenfalls deren Tickets zu kontrollieren.
Wir stiegen in den Zug ein und wurden von beißendem Urin Gestank und einem komplett überfülltem Abteil empfangen. Für den Intercity Notte, der Italien vom Süden her jede Nacht durchquert, ist nur ein Wagen mit Sitzplätzen vorgesehen, was, wie wir später erfuhren, jede Nacht zum gleichen Ergebnis führt: Der Wagen ist überfüllt, die Fahrgäste stehen sich die Nacht hindurch die Füße platt.
Nachdem die Carabinieri diesen Wagen in Richtung Liegewagen verlassen und die Zwischentür abgeschlossen! hatte machten wir es uns neben der Toilette bequem und versuchten mit Kartenspielen die unangenehme Situation zu überbrücken. Der Geruch, kein Sitzplatz, die Müdigkeit und eingesperrt in einen Waggon, voll mit zwielichtiger Gestalten.
Der Zug hält auf seiner Strecke zich mal, und jedes mal beginnt die Völkerwanderung von vorne: Raucher raus aufs Gleis, Kippe an, wieder rein und ausatmen.
Immerhin: In einem Reisebericht eines anderen Interrailreisenden lesen wir von einer ähnlichen Odysee, allerdings durch den Balkan, Richtung Griechenland. Eine viel längere Fahrt und in diesem Fall war die Toilette übergelaufen und das Brackwasser stand im Flur.

Während dem Krieg ist das wenig vorhandene Schienennetz des Balkans weiter dezimiert worden. Verbindungen mit dem Zug nach Kroatien sind somit rar und von Italien nach Istrien nur in der Hochsaison vorhanden.
Wir fahren also von Triest nach Porec mit dem Bus wo uns Petty, eine Freundin von Anahita aus Bonner Studentenzeiten, abholt und nach Kastelir Labinci bringt. Hier wohnt sie in einem unglaublich schönem Haus und zusammen mit ihrem Freund Goran beherbergen die beiden uns hier.
Endlich können wir im Meer schwimmen, endlich dürfen wir Pizza essen, nachdem uns unsere Feunde in Itailen von der dortigen Pizza abgeraten hatten. Istrien ist ein wunderbarer Ort um Urlaub zu machen, gerade zu dieser Jahreszeit. Warm ist es, ohne dass es dabei drückend ist, es gibt viele Wälder und große, grüne Promenaden am Meer entlang. Das Wasser ist türkisblau, Schnorschler haben ihren Spaß. Alles spricht deutsch, was nach 2 Wochen portugisischem-italo Spanglish sehr erholsam ist. Porec hat zudem eine Geschichte die älter ist, als die vieler italienischer Städte - das erzählt man sich zumindest am wunderschönen Steinstrand.
Um die Strecke von Kastilir Labinci nach Porec zurückzulegen, fahren wir entweder mit Petty ("ach ja, in Detuschland halten sich ja alle an die (Geschwingikeits-) Regeln") zur Arbeit, oder wir Trampen.
So das war jetzt genug.
Kroatien war wirklich ein geglückter Ausflug.

Dienstag, 12. Juni 2012

Von den Elefanten & Kroatien (Teil 2)

Dobar dan Hrvatska - Oder es lebe das Staedtchen Kastilir - Labinci

Jonathanna
Pettinka & Gogi

"The Hand" & Ivan

Traumhaus von Petty & Goran
1. Tag - Grillpartööö

2. Tag - Kirschen pflücken bei den Nachbarn
Yammy

3. Tag - Vom Erfolg & Misserfolg des Trampens
3. Tag - Basketball Action

Ivan, Anna, Jonathan, Goran, Petty

4. Tag - Goodbye & Laku noč Poreč

Sonntag, 3. Juni 2012

Elefanten machen in Spanien Tröröö (Teil 1)

Nach Aufenthalten in Valencia, Malaga, Lissabon, Porto, Florenz sind wir jetzt seit 2 Tagen in Porec. Hier gibts wunderbar türkisblaues Meer, langersehnte Pizza, andauernd Bier und die NBA Playoffs im Free TV.

Nicht unerwähnt sollten aber auch unsere Tagesausflüge nach Sintra und Guimaraes bleiben. 
Ein Besuch in Sintra wurde uns bereits vor unserer Abfahr in Deutschland von Bekannten und wieder in Lissabon bei unseren CS Hosts wärmstens Empfohlen. Die kleine Stadt, 40 Min per Bahn von Lissabon entfernt, ist wegen ihrer historischen Sehenswürdigkeiten bekannt. Die Mauren haben hier im 9. Jh. auf einem Berg eine Burg errichtet, von der aus die Küstenebene, sowie das Landesinnere überwacht werden konnte. Aufgrund dieser strategeischen Position und der damit verbundenen, prächtigen Aussicht, ließen sich nach ihnen auch andere Landesherren und die High Society
des Mittelalters und der FNZ hier nieder, oder hatten hier zumindest einen Ferienpalast (http://www.discoverthetrip.com/city/sintra.html).
Uns hat die Stadt sofort gefallen. Glanzvolle Bauten, idyllisch gelegen. Allein: wir hatten kaum Zeit um uns die vielen Dinge anzuschauen.

Guimaraes, 50 Min per Bahn von Porto, ist dieses Jahr Kulturhauptstadt Europas. Der "Geburtsort Portugals" beherbergt eine Altstadt mit distinguiertem Charme und ein paar eindrucksvollen Burgen, die gut erhalten sind. 
Irgendwann hatten wir einfach keine Lust mehr. Portugal hat mich komplett überrumpelt. Ich hatte ja keine Ahnung. An jeder Ecke, fast schon jeder Baum und jedes Haus ist ein Denkmal. Und das so oft zu Recht! Wir waren beide geplättet von so viel Ehrwürdigkeit und flohen am Mittag dieses Tagesausfluges in die Downtown von Guimareas, um unser Supermarkt-Mittagessen gepflegt zwischen einem Plattenbau-Einkaufzentrum und einer Hauptverkehrsstraße inkl. Kreisel einzunehmen. Barbarossaplatz, wir vermissen dich.
Danach ging es wieder etwas besser.

Gut erhaltene Burg in Guimaraes



tapfere Burgjunfer gibt sich volle Kulturdröhnung

Nochmal Guimaraes






Ein Kreuzweg in einer weiteren Burg in Guimaraes

Ein mal kurz Luftgeholt und weiter gehts mit Porto. 
Von Vorurteilen und wie sie sich unbewusst Entwickeln: Dass diese Stadt nicht durch staubige Industrie beherrscht wird, dessen musste ich mich bereits in Lissabon von Eduardo (CS Host) und Anna belehren lassen. Ich hab das geglaubt, weil bei ProEvolutionSoccer die Stadiongeräuche des FC Porto immer so verdammt nervig waren. Vuvuzelas und so, und das gibts in dem (Spielkonsolen-) Spiel sonst in keinem anderen Stadion.
In Porto gibt es auch wieder Burgen und alte Straßen und eine alte Straßenbahn usw.. Nein, also wirklich, alles herrlich und erstklassig, aber das sind wir hier ja inzwischen gewöhnt. Besonders ist hier das Uferleben, das wir in Lissabon nicht erlebt haben. Und auch in den romantischen Städtchen Sintra und Guimaraes haben wir den Trubel, den die ganzen kleinen Fischerdörfer im Fernsehen und in Südfrankreich von Natur aus haben vermisst. Hier spüren wir jetzt zwar auch mal den Tourismus, aber wir genießen die Marktstände, die vielen Cafes, die Straßenkünstler. Und weil dieser Bereich trotzdem von Einheimischen Bewohnt wird, hängen Wäscheleinen vor den bunten Häusern, die oft durch 1 bis 2 Meter breite, mit Torbögen gesäumte Gassen getrennt sind.


Romatik und historische Sehenswürdikeiten sind nicht genug (aufs Partynachtleben komme ich später zu sprechen - Bairro Alto, anm.d.red.)? Hier gibts auch das komplette Kulturprogramm.
Als wir am im Zentrum liegendem Bahnhof Campanha eintreffen spielt eine Gruppe Volksmusik. Die Menge bleibt stehen, erkennt die Melodie aus Kindertagen und die Luft der Bahnhofshalle füllt sich mit Summen und Gesängen der reisenden Portugiesen. Beim Refrain schallt es dann immer wieder wie in einem Chor.
Später erfahren wir, dass die Gruppe Teilnehmer eines Festival ist. In der ganzen Stadt finden an den 3 Tagen, an denen wir hier sind verschiedene,kostenlose! Veranstaltungen statt. Wir entscheiden uns für Jazz und Theater.

Das Jazz-Konzert: Das Gebäude ist, ja was wohl, bildschön und glanzvoll. die Musiker sind jung und gehören zum Carl-Orff-Projekt, denke mal das kann was. Diese hier konnten auf jeden Fall was. Der Raum war winzig und Anna und ich waren zu Beginn die einzigen Zuschauer, nimmt man mal den Reporter der städtischen Zeitung raus. Weil es aber an einem Wochentag um 23 Uhr Abends in der Innenstadt bei offenen Fenstern nicht unbemerkt bleibt wenn jemand völlig abgefahrene Musik bei Wacken Lautstärke spielt, kamen dann doch noch ein paar andere Zuschauer. Auf grund der Lautstärke öffneten die Veranstalter im Verlauf die Türen des Kreissaales, so musste nicht jeder die volle Dröhnung abbekommen, sondern konnte sich das ganze von außen anschauen. Anna und ich blieben letztenendes doch eine der wenigen im Raum. Völlig gestört waren die Musiker. Am Bass, wie immer, der Introvertierte, Langhaarige. Die Seiten der E-Guitarre wurde mit Klammern, wie sie sonst denke ich, nur Elektriker benutzen bearbeitet. Das Quartett wurde von einem Mitte 50 Jährigem Tenorsaxophonisten geleitet. Er trug Anzug, die beiden vorher Skarterklamotten. Er stampfte während seiner Soli unaufhörlich wie ein Elefant auf den Boden und drückte, genauso kontinuierlich, auch die Klappen seines Instrumentes auf und zu, wenn er nicht spielte. Am aufregensten war der Schlagzeuger. Er war wie ein Amish People gekleidet: Schwarze Hose, weißes Baumfällerhemnd, Hosenträger, Hut und Bart. Während seiner Soli sprang er wie ein Wicht auf und ab (Video kommt noch in Teil 2).


Jazzkonzert in Porto
Im Veranstaltungsgebäude des Jazzkonzerts

National Theater
Das Theaterstück: Das Gebäude ist ausnahmsweise mal ein National Theater. Die Vorstellung ist diesmal um 3 Uhr Mittags und komplett voll. Alle schick angezogen, ich in FlipFlops und kurzer Hose. Die vorstellung beginnt. Ich versteh immer nur Meisch. Meisch Meisch Meisch. Meisch Meisch. Meisch. Anna erklärt mir, es handelt von einem Vater der den geliebten seiner Tochter nicht ganz so Klasse findet und erstmal gegen die Heirat ist. Nach einer halben Meisch verlassen wir die Meischstellung vorzeitig.
 
Ich hatte das vorher auch irgendwo mal gelesen. Die sagen echt dauernd Meisch. Wir fragen. Es bedeutet unter anderem: "Plus" und "mehr". In Verbindung mit anderen Wörtern auch: bis bald, zu dem, hin zu, höher, länger, stärker, es reicht, es meischt uvm.. Viele Verwendungszwecke also.
Und dann überall dieses SCH. GuimaraeiSCH, MeiSCH.

Nachtleben: In Lissabon führte uns Eduardo zusammen mir seinem Mitbewohner Oscar an einem Denkwürdigem Abend nach Bairro Alto, das Kneipenviertel von Lisboa.
Hier reihen sich in einigen, langen Passagen Bars und Clubs aneinander. Beispiellos. Da ist das Nachtleben zu Hause. Hier war richtig was los und das einfach mal Montags. Ganz, ganz viele Bars, sehr viele Menschen (viel Erasmus), auf einm Gelände, so groß wie eine eigene Stadt, so kam es uns vor. Wir flanierten durch die Gassen, später mussten wir durch die Menge rudern. Wir tranken hier etwas und spielten dort Tischfussball, machten Fotos mit den Hostessen der Bars und Eduardo erzählte uns von seiner Idee der Vereinigten Staaten von Europa und, dass er mit Coachsurfen mithelfen will sie zu erschaffen. Er meint es ernst und das hat auf uns abgefärbt.

Fortsetzung folgt...

Samstag, 2. Juni 2012

Schülerticket

Das Schülerticket meines Sohnes gilt leider nur bis zum 31. August. Wir wohnen fußläufig zur Schule. Aber für Fahrten nach Bonn oder Köln hatten wir ein Schülerticket abonniert, das für günstige 13,80 Euro im Monat alle Fahrten abgedeckt hat.
Mit der Begründung, es gäbe eine "wachsende Nachfrage im Verbundgebiet" und "veränderte Rahmenbedingungen durch die Ganztagsschulen", so steht es im Anschreiben des Verkehrsverbundes, das ich soeben erhalten habe, wird das neue Ticket nun im Abo etwa viermal so teuer (69,60Euro). Aber in den Zeitungen steht nichts, das wird einfach so hingenommen.

(Frau Lehmann)