Donnerstag, 3. Mai 2012

Metta World Peace


Die einzige Überlegung die uns, Anna und Jonathan, seit Wochen umtreibt ist die Frage des ersten Fluges. Pula oder Antalya. Wir haben schon ein paar Tage vor dem geplanten Europa-Interrailtripp Urlaub von unserem anstrengendem Arbeitstag (ich warte auf weitere Zulassungen zum Polizeistudium, Anna koordiniert das Warten) und wollten die Zeit nutzen um uns eine ideale Ausgangslage für den Start, die Interrailtickets gelten ab dem 15. Mai, zu verschaffen. Bedingung für den Startort ist eine billige Wohnmöglichkeit. Die wäre dank Freunden in genannten Orten zwar gegeben, aber leider leider hat Antalya keinen Bahnhof (ich glaubs immer noch nicht, aber find nichts im Internet. Weiß jemand mehr?), oder zumindest keinen der mit unserem Interrail Ticket erreichbar ist.
Diese einzige Frage die wir uns gerade jeden Tag stellen ist unser Ventil wenn es um Fragen der Reisevorbereitung geht. Nähert einer von uns sich in Gedanken den unbehaglichen Fragen nach Reiseplan, Unterkunft und sonstigen Nebensächlichkeiten bei einer 30tägigen Reise, stellt er die Frage nach dem ersten Flug und wir haben das Gefühl, als ob wir uns tatsächlich die nötigen Gedanken machen würden. Im Übrigen bin ich mir inzwischen fast sicher, das wir nicht vorher fliegen, sondern von Köln aus starten werden.
Zur Einstimmung gehts am WE übrigens mit Annas Familie nach Brügge. Bestimmt ein schöner Ausflug, der aber noch mehr Zeit, die wir zur Reiseplanung nutzen könnten, verschlingt.

In Zeiten des Internets und besonders in denen tragbarer Zugriffsmedien ist ein Planung aber auch überflüssig. Würde man jetzt in einen Zug steigen, ohne das Ziel zu kennen, lässt man sich einfach von seinem Smartphone einen Kaffee kochen und bittet den Schaffner ein Bett im Zielort zu buchen. Unvorhergesehenes ist nicht mehr vorgesehen.
Nur besitzen wir beide kein internetfähiges Mobilfunkgerät. Anna ist in der Hinsicht Romantikerin und Jonathan glücklich, dass er nach dem Basketball spielen nicht mit den dann verschwitzen Händen auf ein Touchscreen angewiesen ist um SMS zu schreiben und mag sowieso keinen Kaffee.

Das spontane Reisen ist indes doch eh das interessanteste. Planung bringt zwar Sicherheit, aber... Ach ich weiß auch nicht, den Satz hier zu vervollständigen fällt mir schwer. So ein IPhone hat schon was. Ich kann genauso Spontan mit dem Ding sein und weiß dafür schon am Bahnhof ob im nächsten Dorf eine Schlafmöglichkeit besteht und finde diese auch bei Nacht und Nebel. Anna sieht das anders, schließlich entdeckt man vieles erst wenn man sich verlaufen hat.
Wir beide werden also noch das ursprüngliche Interrailflair erleben mit dem freiheitsliebende Westeuropäer seit 1972, besonders in den späten 80ern unterwegs waren. Naja, oder doch eher das, der kleinen, alternden (Zug dauert länger/ist teurer als Ryanair) Interrail Gemeinde die in den letzten 15 Jahren zwar Internet hatten, aber keine Smartphones.

Jetzt erstmal Brügge sehen - ist eh zu spät um noch groß die Reise planen zu können. Aber zu früh zum Panik machen - und sterben.


Post Scriptum:
Hab wieder nichts mitbekommen. Ron Artest, ehemals Defensiv Player of the Year hat sich umbenannt. Er heißt jetzt Metta World Peace. Seiner Unbeherrschtheit hat das nicht abgetan, der Mann der schon einmal eine Sperre für eine ganze Saison wegen einer Prügelei mit dem Publikum bekommen hatte leistet sich in dem ersten Spiel das ich mir seit langem angesehen habe wieder eine Unsportlichkeit. Anna sagt, er kann nichts dafür, der ist so und muss deswegen vor sich selbst geschützt werden und lebenslanges Spielverbot bekommen.

http://www.youtube.com/watch?v=BhQPPAG75Q0 
(Jonathan)

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